Sportwetten bei Netbet ohne Steuer möglich

Mehr als zwei Jahre nach der Novelle zum „Rennwett- und Lotteriegesetz“, welches die Besteuerung von Sportwetten in Deutschland regelt und seit der Novellierung erstmals auch Online Wettanbieter mit Standort im EU-Ausland zur Kasse bittet, ist die große und emotional geführte „Wettsteuer-Debatte“ so gut wie abgeklungen. Der Ärger hat bei den meisten Sporttippern der Akzeptanz und der Gewohnheit Platz gemacht, ganz so, wie es auch bei der Umsatzsteuer der Fall ist, deren Existenz an sich wohl niemand auf die Idee kommen würde, zu hinterfragen.

Dennoch lohnt es sich nach wie vor, das Verrechnungsmodell des Wettanbieters seiner Wahl einer Prüfung zu unterziehen und eventuell an der Konkurrenz zu messen. Denn neben den zahlreichen Buchmacheren, die sich bei ohnehin knapper Kostenkalkulation gezwungen sahen, eine, die Abgabe deckende Gebühr an ihre Wettkunden zu verrechnen, gibt es nämlich findige Branchenvertreter, welche den Kostenpunkt auf andere Weise querfinanzieren. Und so ergibt sich für den Wettkunden die Situation, dass Quote nicht gleich Quote ist, sondern potentielle Wettgewinne unter der Berücksichtigung etwaiger Gebühren zu kalkulieren sind.

 

jetzt steuerfrei Wetten bei Netbet

 

Dass aber eine solche „Querfinanzierung“ über andere Glücksspielprodukte, andere Wettmärkte oder auch die Reduzierung sonstiger Kosten notwendig ist, zeigt die „Milchmädchenrechnung“: wenn von einer Gewinnspanne von – je nach Anbieter und Angebot – 5 bis 10 Prozent weitere 5% als Steuerabgabe an das Finanzamt abgeführt wird, bleibt kaum Geld, um die internen Aufwände abzudecken, geschweige denn, Gewinn zu machen.
 
Netbet Wetten ohne Steuer

Bild oben: Netbet bietet nicht nur steuerfreie Wetten, sondern auch einen 50 Euro Bonus für alle Neukunden
 
Als ein solcher, „findiger“ Branchenvertreter ist jedenfalls, neben den auf wettsteuer.net getesteten Anbietern, auch Netbet zu werten. Der Wettanbieter ist seit 2001 im online Wettgeschäft eine fixe Größe – zunächst in Großbritannien, mit dem Expansionsschritt über den Ärmelkanal nunmehr auch in Deutschland, wo ihn die mit 1.7.2012 in Kraft gesetzte Novelle zur Wettsteuer für alle von deutschen Wettkunden getätigte Wetteinsätze zur Kasse bittet:
 
Netbet erhebt keine Gebühr zur Begleichung der deutschen Wettsteuer

Als Träger der Steuerlast hat Netbet 5% aller Wetteinsätze (= Besteuerungsgrundlage) deutscher Kunden an den deutschen Staat abzuführen. Die Redaktion von wettsteuer.net hat deshalb mit dem Kundenservice des Buchmachers Kontakt aufgenommen, um in Erfahrung zu bringen, wie mit dem Kostenpunkt gegenüber dem Sporttipper verfahren wird. Nachdem die AGBs von Netbet keine Auskunft geben, lag die Vermutung nahe, dass der Wettanbieter kein Gebührenmodell zur Weiterverrechnung hat – immerhin kann nicht eingehoben werden, was nicht Vertragsgegenstand ist.

In diesem Zusammenhang wird leider auf vielen Sportwetten-Informationsplattformen irrtümlich der Satz aus den AGBs zitiert, wonach „Steuern und andere Kosten, die für die Gewinne des Spielers in Frage kommen“, der Verantwortung des Spielers unterliegen. Dieser Punkt bezieht sich aber, um das richtig zu stellen, auf etwaige Gewinnsteuern. Die Steuerlast für die Wettsteuer liegt nämlich per Gesetz beim Veranstalter der Sportwette, kann also nicht im Sinne einer „Verantwortung“ an den Endkunden abgewälzt werden. Zudem werden durch sie nicht Wettgewinne, sondern -einsätze besteuert.

Tatsächlich ist es aber, gemäß Auskunft des Kundendienstes, so, dass Netbet die Steuerlast nicht in Form einer Gebühr an den Wettkunden weiterverrechnet, sondern aus anderen Mitteln finanziert. Wetten bei Netbet ist für deutsche Kunden demnach, im übertragenen Sinn, „steuerfrei“!