Wettsteuer hat die online Sportwettenlandschaft nachhaltig verändert

Rund 8 Monate nach dem in Kraft treten der Novelle zum Wettsteuergesetz ist es Zeit für eine kleine Zwischenbilanz. Wie ein Blick in den Markt zeigt, gibt es nach wie vor eine breite Bastion an online Wettanbietern, welche zwar so wie die gesamte Branche seit 1.7.2012 in die Steuerpflicht genommen ist, die die Abgabe aber selbst trägt, das heißt die ohne ihre Wettkunden finanziell zu belasten die Schuld an den Staat abliefert.

 

Alle jene Buchmacher, die Wetten ohne Steuern anbieten, finden Wettfreunde auf wettsteuer.net übersichtlich versammelt und vorgestellt. Unter jenen Branchenvertretern, die sich nicht in der Lage sehen andere Finanzquellen anzuzapfen und die die Steuerabgabe an ihre Kunden weiterreichen, finden sich aktuell zwei Zahlungsmodelle.

 

Zwei verschiedene Modelle der Wettsteuer haben sich etabliert

Bei beiden Varianten holt sich der Wettanbieter die 5%ige Abgabe von den Wettkunden – entweder indem automatisch die Wetteinsätze, oder indem die Wettgewinne um den Steuersatz reduziert werden. Spielt man ein Rechenbeispiel durch, so fällt auf, dass es zumindest finanziell gesehen für den Wettkunden keinen Unterschied macht, nach welchem Modell sich der Anbieter schadlos hält.

 

Wird der Wetteinsatz „beschnitten“, so spielt der Kunde beispielsweise statt um seine gesetzten Euro 100,- nur um Euro 95,-. Bei einer Quote von 2,0 bekommt er demnach Euro 190,- im Falle eines Gewinns ausbezahlt. Werden jedoch die Wettgewinne mit einer Gebühr belegt, so würden die Euro 100,- mit 2,0 auf Euro 200,- multipliziert. Abzüglich der Abgabe bekäme der Kunde am Ende jedoch ebenso „nur“ Euro 190,- ausgezahlt.

 

Der Vorteil des letzteren Modells ist ein rein psychologischer: Der Kunde hat Euro 5,- mehr auf seinem Wettschein stehen. Denn auch bei Wettarten wie beispielsweise dem Asian Handicap, wo bei einem Unentschieden die Einsätze retourniert werden, wo also theoretisch das Modell wonach die Wetteinsätze unangetastet bleiben zu bevorzugen ist, bietet die Variante der Beschneidung von Wettgewinnen keinen Vorteil: Die meisten der betroffenen Wettanbieter führen nämlich eine Klausel, wonach Wetteinsätze abzüglich der Wettsteuer rückerstattet werden.

 

Somit laufen beide Zahlungsmodelle auf dasselbe hinaus: Der Steueraufwand ist in jedem Fall vom Kunden zu tragen. Den einen oder anderen realen Vorteil findet man jedoch in den Details: Einige Wettarten wie beispielsweise Kombiwetten werden von manchen Anbietern, welche die Steuerlast an ihre Kunden weiterreichen, zu den alten Konditionen – also ohne 5% Gebühren – angeboten.